Streckenflug und Wettbewerbe


Streckenfluglehrgang vom 10. Juli bis 21. Juli 2017 in Stüde-Bernsteinsee

 

Wir sind in 2017 Ausrichter eines Streckenfluglehrgangs! Alle Informationen dazu erhältst du in den PDF-Flyern: 

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LVN-Streckenfluglehrgänge Flyer 2017
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Streckenfluglehrgänge Informationsflyer
Streckenfluglehrgänge Informationsflyer.
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Niedersächsische Segelflugmeisterschaften 2016: Zwei Wolfsburger Piloten in Rotenburg/Wümme

 

Im Jahr 2016 fanden die Niedersächsischen Segelflugmeisterschaften vom 21.07.2016 - 30.07.2016 auf dem Flugplatz Rotenburg/Wümme EDXQ statt. Wieder einmal gingen auch zwei Piloten für den Aero Club Wolfsburg e.V. an den Start. Eike Schramek mit seiner ASW 27b „P10“ in der FAI 15m Klasse und ich, Florian Schnäpel mit der gecharterten LS 1d „XN“ in der Clubklasse.

 

Am Abend des 20.07.2016 eröffnete Wettbewerbsleiter Rüdiger Werner den Wettbewerb. Wir wurden über das Verhalten auf dem Flugplatz, sowohl in der Luft als auch am Boden informiert. Sportleiter Christian Rinn berichtete über Aufgabenformen und das Verhalten beim Fliegen während eines Wettbewerbs. Als dann noch der Meteorologe Thomas Seiler die ersten Einblicke über das Wetter verschaffte war allen klar, dass die kommenden Wochen viel von unserem Können abverlangen werden.

 

Wenn auch unter schwierigen Bedingungen, sollte dann aber gleich am ersten Wertungstag geflogen werden. Unter schwül-warmen, immer mit Gewitter zu rechnenden Bedingungen schrieb die Sportleitung für alle Klassen eine AAT (Assigned Area Task) aus. Eike durfte in der 15m-Klasse eine Strecke von min. 151,53 km und max. 285,32 km mit einer Aufgabenzeit von zwei Stunden Richtung Lüneburger Heide meistern. Mit einer Strecke von min. 114,26 km und max. 229.91 km in einer Aufgabenzeit von ebenfalls zwei Stunden ging es für mich in die gleiche Richtung. Uns beiden war klar, dass das fliegbare Wetterfenster nicht allzu groß sei, und man mit Einsetzen der Thermik die Aufgabe schnellstmöglich beginnen sollte. Während Eike die Aufgabe in einer Zeit von 2:06 Std. mit einer Geschwindigkeit von 89,59 km/h und hart erkämpften 189,45 km meisterte, lief es bei mir nicht ganz so wie gewünscht: Kurz nach Eröffnung der Abfluglinie flog ich ab, und schaffte es leider nur bis zur ersten Wende. So folgte nach nur 41,04 km bei Behringen (10km östlich Schneverdingen) auf ein Stoppelfeld meine erste Außenlandung des Wettbewerbs. Meine Helfer Nico Behnke und Sven Dachrodt starteten also zur ersten Rückholtour und holten ihren entmutigten Piloten zurück. Fast das komplette Teilnehmerfeld war wieder in Rotenburg gelandet. Das hieß nichts Gutes für die Wertung aus Sicht des Teams „XN“. Eike flog sich auf Platz 17, ich belegte mit meiner LS 1d den 34. Platz und hatte somit die rote Laterne. Allerdings war für uns beide noch nichts verloren. Zielstrebig blickten wir auf den nächsten Wertungstag.

 

Am Tag zwei und drei wurde aufgrund des schlechten Wetters nicht geflogen, aber Tag vier sah mal wieder vielversprechend aus. Für alle Klassen gab es eine Racing Task. Eike und die FAI 15m-Klasse erwarteten eine Strecke über 368,34 km um die Wendepunkte Garlin, Mieste und zurück nach Rotenburg. Für mich und die Clubbi´s ging es darum, um die Wendepunkte Dannenberg sowie Klötze und ebenfalls zurück nach Rotenburg zu gelangen (298,38 km). Bis zur 2. Wende lief es für uns beide ganz gut. Im Laufe des Fluges überentwickelten sich jedoch die Wolken. Regenschauer erschwerten den Tagesflug. Da Eike mit seiner Klasse im Starterfeld ganz vorne stand, hatte er das Glück früher abfliegen zu können und somit auch früher zurück in Rotenburg zu sein. Über Funk teilte er mir mit, dass es nördlich des Flugplatzes Rotenburg bereits regnet, er es aber wohl bis zum Platz schaffen würde. Eike berichtete über einen knappen Endanflug, den er allerdings erfolgreich gemeistert haben sollte. Seine Frau und Wettbewerbshelferin Kristina war überglücklich, sie fieberte um Eikes Erfolg ununterbrochen mit. Mir machte dann allerdings der Schauer zu schaffen. Optimistisch kurbelte ich bei Faßberg knappe 1700 Meter AGL aus, was laut meines Endanflugrechners (auch mit Mücken auf den Flächen) bis zum Flugplatz Rotenburg reichen sollte. Als ich den Schauer durchflog, sah das dann leider ganz anders aus. Ich musste feststellen, dass die LS 1d mit nassen Tragflächen + Mücken auf den Tragflächen erheblich an Leistung verliert. Die Wahl zwischen einem knappen Endanflug über die Stadt Rotenburg, oder einer Landung auf einem zwar kurzen aber frisch gepflügten Acker lag nun in meinem Ermessen. Schließlich entschied ich mich für eine sichere Landung auf dem Acker, der 1,5 km vor der Ziellinie, und etwa sieben Kilometer vor dem Flugplatz Rotenburg lag. Ich erflog dennoch 287,06 km, was in der Tageswertung Platz 30 bedeutete. Gesamt leider immer noch Letzter. Gestärkt mit einem richtigen „Männersalat“ J alla Nico und Sven machte sich das Team „XN“ auf den Weg nach Brockel und sammelte mich und meine LS 1d wieder ein. Eike meisterte die Aufgabe an diesem Tage mit einem Schnitt von 108,07 km/h und landete in der Tageswertung auf einem starken sechsten Platz, gesamt Platz acht.

 

Am Tag fünf sollte dann aufgrund des schlechten Wetters wieder nicht geflogen, aber anlässlich des Bergfests gefeiert werden. Die Hälfte des Wettbewerbs war vorbei, somit wurde uns der Tag mit saftigem Steak, Bratwurst und leckeren Getränken versüßt.

 

Für Tag sechs sagte unser Meteorologe Thomas Seiler mal wieder gute Segelflugbedingungen voraus. Sodass die Sportleitung für allen Klassen wieder eine Racing Task aufschrieb. Für Eike und die FAI 15m Klasse sollte es um die Wendepunkte Meyenburg, Daehre und Lüneburg wieder zurück nach Rotenburg gehen (403,39 km). Die Clubbi´s und ich sollten die Wendepunkte Garlin, Wieren und ebenfalls Lüneburg umrunden, ehe es wieder zurück nach Rotenburg ging (327,47 km). Wir beide schafften die Aufgabe. Auch hier war der letzte Schenkel ab Uelzen wieder spannend. Am Ende flog Eike die Aufgabe mit einem Schnitt von 90,68 km/h und erreichte in der Tageswertung Platz 12, gesamt Platz zehn. Mit einem Schnitt von 77,42 km/h konnte ich die „rote Laterne“ dann doch noch abgeben. In der Tageswertung belegte ich Platz 26, was in der Gesamtwertung Platz 32 bedeutete. Leider sollte das der letzte Wertungstag bleiben.

 

Für Tag sieben, acht und neun hat Tomas Seiler zwar immer wieder kurze, fliegbare Wetterfenster prognostiziert. Diese traten so auch ein, jedoch waren sie für eine Wertung zu klein. Am siebten Tag wurde die Standardklasse in die Luft befördert. Allerdings neutralisierte die Wettbewerbsleitung den Wertungstag nach kurzem Höhenluftschnuppern. Diese Erfahrung mussten wir in der Clubklasse dann am Folgetag auch machen. Am Tag neun hatte die Wettbewerbsleitung dann auch ein Einsehen mit den nun im Startaufbau sehr routinierten Piloten und ersparte den Teilnehmern die Startbereitschaft.

 

Somit konnten die Camps nach und nach abgebaut und die Flugzeuge in Ihre Anhänger verstaut werden. Am Abend standen dann noch die Siegerehrung und die Abschlussfete an. Bei reichhaltigem, sehr leckerem Essen wurde dann auf die vergangen Wettbewerbstage zurückgeblickt. Am nächsten Morgen ging es dann wieder Richtung Heimat. Erfreulich ist, dass sich Eike aller Voraussicht nach für die deutschen Meisterschaften in der FAI 15-Meter Klasse 2017 qualifiziert hat, außerdem wurden viele neue Kontakte geknüpft. Niemand von uns möchte diese Erfahrung missen, es waren sehr erlebnisreiche und spannende Tage!